Diese eindringliche Hörempfehlung von Sandra Müller gebe ich hier einfach mal weiter.

Das ist die irritierendste, faszinierendste, verstörendste, überraschendste Radiosendung, die ich je gehört habe. (…) Authentisch wie es authentischer nicht geht. In der Art habe ich das noch nie gehört. “Radio wie es sein soll,” denke ich.

Für mich ist diese Sendung wie einer dieser Kinofilme, bei denen man noch sitzen bleibt beim Abspann, weil man so ratlos baff ist. Ulrich Gineigers Sendung nennt Probleme mit jungen Migranten in Deutschland derartig beim Namen, wie ich es in den Medien noch nicht gehört oder gelesen habe. Der Autor ist nah dran am Thema, trifft seine Gesprächspartner am Ort des Geschehens und arrangiert seine Interviews und Reportagen in einer geschickten Dramaturgie. Das ist sehr, sehr hörenswert und Sandra übertreibt mit ihrer Euphorie wirklich nur ein kleines bisschen.

Meine Kritikpunkte: Der Autor spricht nur mit den Opfern und nur über die Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Lösungsmöglichkeiten klingen nicht einmal an. Und alles wirkt eher wie eine gefühlte Wahrheit; Fakten, Studien, Statistiken bleiben außen vor. Sandra führt manches davon und ein paar andere Punkte bei radio-machen.de aus.

Die Abspannjazzmusik läuft aus und ich brauchte noch ein paar Sekunden, bis ich die Ohrhörer ablege.

Hier geht’s zur  Sendung “Knigge für Migranten?” beim Deutschlandfunk.