Das Stück “Tunnel 57” beginnt mit einer 5-Punkte-Liste über die Berliner Mauer. “Five steps to keep in a defecting population.” 99 Percent Invisible ist ein Design-Podcast. Moderator Roman Mars macht in der 104ten Ausgabe seiner Sendung aber gleich deutlich, dass es hier nicht um das Design der Mauer geht. Es geht viel mehr um eine Design-, bzw. Ingenieurs-Leistung, die die Berliner Mauer umgehen oder besser gesagt untergraben sollte. Die Geschichte des Fluchthelfers und Tunnelbauers Ralph Kabisch ist absolut elektrisierend.

Die Besonderheit des Stückes liegt einerseits in der ausgewogenen, detailverliebten Erzählweise und Produktion, anderseits fasziniert mich die neugierige und dramaturgisch hervorragend umgesetzte und beinahe filmisch wirkende Machart des Stücks. Die Geschichte des Fluchttunnels Tunnel 57, der vom Keller einer ehemaligen Bäckerei auf der Westseite unter der Berliner Mauer hindurch zu einem Toilettenhaus im Osten führte und 57 Menschen die Flucht in nach West-Berlin ermöglichte.

Ralph and his friends may not have had expertise in tunnel-digging, but they did have enough gumption—and love for their friends and family stuck in the East—to reach the other side. Thanks to them, 57 people escaped into free West Berlin.

► “Tunnel 57” / 99 Percent Invisible